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Halle (Saale) Oberburg Giebichenstein

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Als Teilstation der Straße der Romanik bietet die Oberburg Giebichenstein ihren Besuchern einen Atem beraubenden Blick über die Saale hinweg. Besichtigt werden können der Gewölbekeller sowie der Torturm.

Einblick in die Geschichte der Oberburg Giebichenstein

Eine erstmalige Erwähnung der Oberburg Giebichenstein gab es im Jahre 961 in einer Schenkungsurkunde von König Otto I. Von dieser Anlage, die später als Alte Burg bekannt wurde, ist bis in die heutige Zeit nichts mehr erhalten geblieben.

Diese ist bereits im 12. Jahrhundert auf dem Porphyr Felsen neu erbaut worden. Veranlasst wurde der Neubau der Oberburg Giebichenstein von den Magdeburger Erzbischöfen. Bis zur Fertigstellung der Moritzburg nutzten sie die Burg für eine Übergangszeit als Regierungssitz. Im Kerker der Oberburg Giebichenstein soll der Sage nach der Thüringer Landgraf Ludwig der Springer Gefangener gewesen sein.

Erstmals urkundlich wurde die neue Oberburg Giebichenstein im Jahre 1154 in Verbindung mit dem Erzbischof Wichmann erwähnt. Zu ihren Bestandteilen zählten

  • eine Kapelle
  • ein opulenter Palas
  • ein Wohnturm
  • mehrere Wirtschaftsgebäude

Obwohl die Oberburg Giebichenstein 1215 belagert wurde, kam es zu keinerlei Beschädigungen. 1361 folgten weitere Ausbauarbeiten der ältesten Burganlage an der Saale. Zwischen 1445 und 1464 gesellte sich die Unterburg hinzu. Umgeben von einem Burggraben und einer robusten Ringmauer ließen sich

  • eine Vorburg
  • ein Torhaus
  • ein Kornhaus
  • ein Burghof
  • eine größere Anzahl an Wirtschaftsgebäuden

finden.

Zum größten Teil ist im 15. Jahrhundert noch die Unterburg erhalten geblieben. Die Oberburg Giebichenstein fiel dem Dreißigjährigen Krieg zum Opfer und ist nur noch als Ruine erhalten. Zur Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert galt die Burgruine als nicht zu unterschätzendes Symbol der deutschen Romanik.

Die Stadt Halle erwarb von der preußischen Domänenverwaltung 1906 die Burgruine und ermöglichte der Öffentlichkeit deren Besuch. Als Freilichtmuseum ist die Oberburg Giebichenstein seit 1966 bekannt.

In den 1990er Jahren erfolgten umfassende Restaurierungsarbeiten. Seither stehen der Gewölbekeller sowie der Torturm der Oberburg Giebichenstein wieder für Besucher zur Besichtigung zur Verfügung.

Oberburg Giebichenstein um 1900

Mit Beginn des 19. Jahrhunderts erfolgte eine Vielzahl von Reparatur- und Abrissarbeiten nach dem Denkmalschutzgesetz. Die Stadt Halle (Saale) ist seit 1921 offizielle Eigentümerin der Burg. In der Unterburg wurde eine Kunstgewerbeschule eingerichtet. Diese stand in engem Zusammenhang mit dem Bauhaus.

Der Umbau der Unterburg zu einer modernen Kunstgewerbeschule ist durch den Direktor Paul Thiersch angeregt worden. Dieser stand mit dem sich in direkter Nähe befindlichen Bauhaus Dessau in Wettbewerb.

Im Jahr 1933 kam es zur Entlassung von 13 Werkstattmeistern und Lehrkräften der Burg Giebichenstein. Die künstlerischen Bereiche sind geschlossen worden. Einzig die handwerkliche Ausbildungsstätte ist erhalten geblieben. Deren Reorganisation erfolgte nach 1945. 1951 fiel sie dem so bezeichneten Formalismusstreit zum Opfer.

Die Schulleitung unterlag bis in das Jahr 1964 hinein dem einstigen Bauhäusler Walter Funkat. 1958 fand die Anerkennung als Hochschule für industrielle Formgestaltung statt. Ab 1990 erhielt sie die Bezeichnung Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle. Ab dem Jahre 2010 ist von der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle die Rede, die 2015 ihr 100-jähriges Bestehen feierlich begehen konnte.

Aus Anlass der 1000-Jahr-Feier der Stadt Halle im Jahre 1961 fanden durch Hans-Joachim Mrusek umfangreiche Ausgrabungen auf der Oberburg Giebichenstein statt. Resultierend aus diesen Ausgrabungen wurden die kompletten Grundmauern der Burg freigelegt. Nach Ende der Grabungsarbeiten ist auf dem Areal das Freilichtmuseum sowie die gern besuchte Aussichtsplattform entstanden.

Heutige Nutzung der Oberburg Giebichenstein

Den interessierten Gast erwartet auf der Oberburg Giebichenstein ein Freilichtmuseum, das jeweils von Ende März bis Oktober auf Ihren Besuch wartet. Zu den besonderen Angeboten zählt unter anderem die jährlich stattfindende Museumsnacht.

In den sommerlichen Monaten lädt das Stadtmuseum Halle zu vormittäglichen Führungen auf der Oberburg Giebichenstein ein. Groß und Klein sind herzlich willkommen und können eine ganze Menge zur Geschichte der Burg und der Sage von Ludwig dem Springer lernen. Den krönenden Abschluss einer solchen Führung bildet ein gemeinsames Verweilen in gemütlicher Runde sowie der Genuss der einmalig schönen Burgromantik mit ihrem fantastischen Ausblick auf das Saaletal.

Sage des Thüringer Landgrafen Ludwig der Springer

Der Landgraf Ludwig der Springer war auf Grund seines begangenen Mordes am Pfalzgrafen von Sachsen Gefangener der Oberburg Giebichenstein. Während seiner Gefangenschaft überlegte er, wie er der Todesstrafe entgehen könnte. Zunächst tat Ludwig der Springer so, als sei er krank. Er blieb liegen, nahm weder Speis noch Trank zu sich. Die sechs Wache haltenden Ritter nahmen ihm aus Mitleid die eisernen Fesseln ab. Der Graf äußerte, sterbenskrank zu sein.

Nachdem die Ritter seiner Bitte folgend ihm gestatteten, seinen Diener einen Abschiedsbrief an seine Frau schicken zu dürfen, teilte der Ludwig seinem Diener Folgendes mit: Er solle seiner Frau mitteilen, dass sie keine Bange haben brauche. Er sei nicht krank. Sie möchte in sieben Tagen mit seinem weißen Pferd ans Saaleufer kommen und männliche Verstärkung mitbringen. Als Fischer verkleidet sollen diese auf der Saale rudern. Er würde nach Sichtung seines Pferdes sich dann zu ihnen gesellen.

Als zum vereinbarten Zeitpunkt der Landgraf sein Pferd erblickte, tat er, als sei er todkrank. Er bat die Wachen um die Öffnung des Fensters, da er friere und die warme Sommerluft so in seine Zelle eindringen könnte. Als dies geschah nahm er Anlauf und sprang aus dem Fenster. Seither hieß der Landgraf Ludwig von Thüringen „Ludwig, der Springer“.

Öffnungszeiten Oberburg Giebichenstein

Monat Tag Öffnungszeit
April bis Oktober Dienstag – Freitag 10:00 – 18:00 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertag 10:00 – 19:00 Uhr

Kontakt und Anschrift

Stadtmuseum Halle
Oberburg Giebichenstein
Seebener Str. 1
06114 Halle (Saale)
Tel.: 0345 – 2213030
E-Mail: steffen.thater@halle.de
Web: www.stadtmuseum.halle.de

Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH
Marktschlösschen
Marktplatz 13
06108 Halle (Saale)
Tel. 0345 – 122790
E-Mail: info@stadtmarketing-halle.de
Web: www.stadtmarketing-halle.de

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